Die vier Musikerinnen und Musiker sitzend mit Violoncello, Gitarre, Viola und Violine vor dunklem Hintergrund

Paganini Ensemble Wien

  • Das Paganini Ensemble Wien wurde 2019 vom Geiger Mario Hossen in Wien gegründet und zählt zu den ersten Ensembles, die sich vorrangig der Kammermusik Niccolò Paganinis widmen. Seine Programme bringen dieses selten gespielte Repertoire für Violine, Viola, Violoncello und Gitarre auf die Konzertbühne und zeigen einen Paganini weit jenseits der Virtuosenlegende.

    Die Interpretationen des Ensembles sind quellenbasiert und historisch informiert. Seine Mitglieder stehen in ständigem Austausch mit den Institutionen, die sich Leben und Werk Paganinis widmen – darunter die Paganini-Gesellschaft Genua und die Biblioteca Casanatense in Rom, wo viele Originalhandschriften des Komponisten aufbewahrt werden – und arbeiten mit den Musikwissenschaftlern Dr. Maria Teresa Dellabora und Dr. Danilo Prefumo zusammen.

    Das italienische Label Dynamic hat das Ensemble mit der Gesamteinspielung von Paganinis Kammermusik beauftragt. Bisher sind fünf Folgen der Quartette für Streicher und Gitarre erschienen, und die Arbeit an den Quellen hat überraschende Verbindungen zwischen Paganini und anderen Komponisten der Klassik, Romantik und Moderne zutage gefördert, von denen viele auf seine Musik zurückgriffen.

  • Neben diesem historischen Erbe bringt das Paganini Ensemble Wien neue Werke zur Uraufführung: Stücke, die Rainer Bischof, Gheorgi Arnaoudov, Rudolf Leopold, Richard Dünser, Milko Kolarov und Gabriele Proy für das Ensemble geschrieben haben.

    Zwischen 2021 und 2024 konzertierte das Ensemble in ganz Europa, in Kanada und China – im Auditorio Nacional de Música in Madrid, im Wiener Musikverein und Konzerthaus sowie bei Festivals wie dem Paganini Festival Genua, dem Vilnius Festival, dem Ghent Festival, dem Liszt Festival Raiding und dem Internationalen Musikfestival Varna Summer. Es ist ernannter Botschafter der European Paganini Route.

    „Wir müssen stark fühlen, um andere fühlen zu lassen“ – Paganinis Worte sind das Motto des Ensembles. Seine Musik ist Virtuosität und Leidenschaft, aber auch Zärtlichkeit, Pathos und Freude.

Die Musikerinnen und Musiker

Paganini in Wien

  • Fürst Metternich sei Dank.

    1828 ist in Europa kaum ein anderer Musiker von einem solch geheimnisvolle Licht umgeben wie Niccolò Paganini. Das am 27. Oktober 1782 in Genua geborene Genie war der am meisten bewunderte Geigenvirtuose aller Zeiten. Für seine Zeitgenossen war sein Talent teils göttlicher, teils diabolischer Natur. Er entlockte der Geige bis dahin ungekannte Klangwirkungen und Kunststücke. Sein Spiel überraschte, schockierte, berauschte, ergriff und verzauberte. Kein Wunder, dass das Gerücht umging, Paganini hätte seine Seele dem Teufel verkauft. Sein angenehmes äußeres Erscheinungsbild und seine brillante Spieltechnik machten ihn bereits zu Lebzeiten zu einer Legende. "In Paganinis Adagio hörte ich einen Engel singen". Franz Schubert

  • 14 Konzerte, die Wien verwandeln

    Paganini startet die Eroberung Europas auf Einladung von Fürst Metternich mit einem viermonatigen Aufenthalt 1828 in Wien. Das Konzert am 29. März im grossen Redoutensaal ist das erste Konzert überhaupt, das Niccolò Paganini auf ausländischem Boden gibt. Am nächsten Tag ist Wien wie verwandelt: In den Schaufenstern werden Handschuhe und Teigwaren à la Paganini verkauft, Spazierstöcke tragen sein Konterfei. Eine Massenhysterie breitet sich aus. Jeder will Paganini spielen hören. Die ersten fünf Konzerte - mehr waren zunächst nicht vorgesehen - fanden in Großen Redoutensaal statt, Kerzen verbreiteten festlichen Glanz. Am Ende sind es vierzehn Konzerte, die Paganini in Wien gibt: sieben im großen Redoutensaal, zwei im Burgtheater, und fünf im Kärntnertor Theater. Mit seinem letzten, "Addio a Vienna", verabschiedet er sich am 24. Juli 1828 von der Stadt und beginnt mit der friedlichen Eroberung Europas. Zuvor ernennt ihn der Kaiser noch zum „k.k. Kammer-Virtuosen“ und lässt ihm eine goldene Dose überreichen.

  • Der Komponist Paganini als Inspiration für weitere große Meister

    Paganinis Kompositionen wirkten auf viele Musiker inspirierend: Liszt ließ sich von Paganinis Virtuosität zur Entwicklung neuer pianistischer Möglichkeiten inspirieren (Sechs große Etüden nach Paganini), Schumann übertrug die Capricen Paganinis auf das Klavier, Johann Strauss spielte Walzer à la Paganini (Op.11), Johannes Brahms komponierte Klaviervariationen auf die 24. Caprice und der russische Komponist Sergei Rachmaninow schrieb eine Rhapsodie über ein Thema von Paganini.

  • In Wien entstandenen Kompositionen Paganinis

    Zu den in Wien entstandenen Kompositionen Paganinis gehören sein Drittes Violinkonzert in E Dur, die "I Palpiti" Variationen, die "Maestosa Sonata Sentimentale", ein Werk als Huldigung an den anwesenden Kaiser - die Kaiserhymne "angestimmt" - viele kleine kammermusikalische Kompositionen, ein "Capriccio con Variazioni" über Mozarts "La ci darem la mano" aus "Don Giovanni" und viele andere.